ProduktinfosFrei zugänglich
US-Produktivität stark, Nasdaq schwach
LBBW
06.11.2026 · 11:30 Uhr
Bank of England zieht nach
Die Bank of England (BoE) hat gestern ihren Leitzins um einen Viertelprozentpunkt angehoben und damit entsprechend der weit überwiegenden Erwartung befragter Volkswirte gehandelt. Die BoE ist damit ein Nachzügler, vor ihr haben schon die Fed, die EZB, die BoJ und weitere wichtige Notenbanken ihren Kurs gestrafft. Die Entscheidung für eine Erhöhung viel einstimmig aus, dies war eine kleine Überraschung. Ausschußmitglied Catherine Mann votierte sogar für eine Erhöhung um einen halben Prozentpunkt. Nach unserer Prognose wird die BoE Anfang nächsten Jahres ihren Kurs abermals straffen. Diese Einschätzung wird durch die Äußerungen von Notenbankchef Andrew Bailey unterfüttert: "Solange es keine neuen Entwicklungen gibt, welche die Risiken eines stärkeren Inflationsdrucks verringern, halte ich eine weitere Zinserhöhung für begründbar." Die Markterwartungen von zwei bis drei weiteren Leitzinsschritten im Verlauf des nächsten Jahres erachten wir jedoch als übertrieben, denn bislang sind kaum Zweitrundeneffekte der zurückliegenden Verteuerung des Rohöls auszumachen. Die Lohnzuwächse verlieren an Dynamik, und die Kerninflationsrate bewegt sich seitwärts. Es kommt entlastend hinzu, dass das Pfund Sterling fest ist und die Rohölpreise im Nachgang der US-Zwischenwahlen deutlich nachgegeben haben. Also alles in allem kein Grund für die BoE, kräftig auf die Bremse zu treten.
Produktivität drückt Lohnstückkosten
Die US-Arbeitsproduktivität legte im 3. Quartal 2026 mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate (Jahresrate) von 3,6 % zu. Da die US-Arbeitskosten im selben Zeit-raum mit einer Jahresrate von 2,9 % gestiegen sind, ergibt sich ein annualisierter Rückgang der Lohnstückko-sten um 0,7 % im Quartalsvergleich. Das im Vergleich zu anderen Industriestaaten hohe US-Produktivitätswachstum ist unseres Erachtens ein Grund dafür, dass in den USA bislang wenig Anzeichen für Zweitrundeneffekte der zurückliegenden Verteuerungen des Rohöls auszumachen sind. Für sich genommen spricht dieser Zusammenhang gegen weitere Fed-Leitzinserhöhungen. Gleichwohl erwarten wir für Dezember eine erneute Zinsanhebung. Denn angesichts einer seit mehr als fünfeinhalb Jahren anhaltenden Überschreitung ihres Inflationsziels dürfte die Fed vermeiden wollen, dass Zweifel an ihrer Entschlossenheit zur Wiederherstellung der Preisstabilität aufkommen. Auch die geschilderten US-Produktivitätszuwächse konnten die Technologiebörse Nasdaq gestern nicht vor deutlichen Verlusten bewahren: Der Nasdaq Composite büßte gestern 5,5 % ein. Belastend wirkten Sorgen über das enorme Ausmaß und die Rentabilität der KI-Investitionen. Hinzu kamen Befürchtungen, dass nach den demokratischen Siegen bei zahlreichen Gouverneurswahlen vorübergehende Baustopps oder strengere Auflagen den Ausbau von Rechenzentren bremsen könnten.
US-Arbeitsmarktbericht im Fokus
Das US-Arbeitsministerium wird heute nachmittag seinen Bericht für Oktober veröffentlichen. Nach unserer Prognose wird die US-Wirtschaft im abgelaufenen Monat 50 Tausend neue Stellen geschaffen haben. Dieser moderate Stellenzuwachs dürfte jedoch angesichts des geringen Wachstums der Erwerbspersonen ausreichen, um die Arbeitslosenquote bei niedrigen 4,2 % zu halten. Somit dürfte der Arbeitsmarktbericht einer Leitzinserhöhung der Federal Reserve auf ihrer Gremiensitzung im Dezember nicht im Wege stehen.Wichtige HinweiseDiese Publikation richtet sich ausschließlich an Empfänger in der EU, Schweiz und Liechtenstein. Diese Publikation wird von der LBBW nicht an Personen in den USA vertrieben und die LBBW beabsichtigt nicht, Personen in den USA anzusprechen. Aufsichtsbehörden der LBBW: Europäische Zentralbank (EZB), Sonnemannstraße 22, 60314 Frankfurt am Main und Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Graurheindorfer Str. 108, 53117 Bonn / Marie-Curie-Str. 24-28, 60439 Frankfurt. Diese Publikation beruht auf von uns nicht überprüfbaren, allgemein zugänglichen Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir jedoch keine Gewähr übernehmen können. Sie gibt unsere unverbindliche Auffassung über den Markt und die Produkte zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses wieder, ungeachtet etwaiger Eigenbestände in diesen Produkten. Diese Publikation ersetzt nicht die persönliche Beratung. Sie dient nur zu Informationszwecken und gilt nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Für weitere zeitnähere Informationen über konkrete Anlagemöglichkeiten und zum Zwecke einer individuellen Anlageberatung wenden Sie sich bitte an Ihre Anlageberaterin oder -berater. Wir behalten uns vor, unsere hier geäußerte Meinung jederzeit und ohne Vorankündigung zu ändern. Wir behalten uns des Weiteren vor, ohne weitere Vorankündigung Aktualisierungen dieser Information nicht vorzunehmen oder völlig einzustellen. Die in dieser Ausarbeitung abgebildeten oder beschriebenen früheren Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen stellen keinen verlässlichen Indikator für die künftige Wertentwicklung dar. HerausgeberLandesbank Baden-Württemberg Am Hauptbahnhof 2 70173 Stuttgart |
Dieser Beitrag ist für Sie frei zugänglich.
Exklusive Inhalte sind registrierten Mitgliedern vorbehalten. Verpassen Sie keine relevanten News. Die Registrierung ist natürlich kostenfrei.
